Kurz gesagt
- Das Leistungsverzeichnis regelt, was du dem Kunden schuldest. Der Objektplan legt fest, wie es gemacht wird: Methode, Reihenfolge, Minuten je Raumgruppe. Der Personenplan sagt jeder Reinigungskraft, was sie heute von wann bis wann erledigt.
- Im Beispiel werden aus 600 m² Büro und 10,42 Stunden pro Woche zwei Tagesarten mit 194 und 79 Minuten, verteilt auf zwei Reinigungskräfte mit 347 und 278 Minuten pro Woche.
- Nicht jede Änderung betrifft alle drei Pläne. Eine Krankmeldung ändert nur den Personenplan, ein neuer Rhythmus alle drei und braucht einen Nachtrag mit Preis.
Was ist der Unterschied zwischen LV, Objektplan und Personenplan?
Die drei Pläne beantworten verschiedene Fragen und ändern sich verschieden oft. Das Leistungsverzeichnis ändert sich nur mit dem Vertrag, der Objektplan, wenn sich Methode oder Zeitbedarf ändern, der Personenplan mit jeder Krankmeldung und jedem Personalwechsel.
Ein Leistungsverzeichnis (LV) ist nach Räumen gegliedert und für den Vertrag geschrieben. Deine Reinigungskraft braucht etwas anderes: eine Liste für heute, in der Reihenfolge, in der sie durchs Gebäude geht, mit der Zeit, die dafür vorgesehen ist. Dazwischen liegt der Objektplan. Jeder der drei Pläne beantwortet eine andere Frage:
| Plan | Beantwortet | Wer damit arbeitet |
|---|---|---|
| Leistungsverzeichnis | Was wird wo wie oft gereinigt, zu welchem Preis? | Kunde, Vertrieb, Kalkulation |
| Objektplan | Wie, in welcher Reihenfolge und in wie vielen Minuten? | Objektleitung, Vorarbeitende |
| Personenplan | Wer macht heute was, von wann bis wann? | Reinigungskraft, Vertretung |
Die Namen schwanken von Betrieb zu Betrieb. Der Objektplan heißt auch Reinigungsplan oder, wenn das Objekt in Reviere aufgeteilt ist, Revierplan. Der Personenplan heißt auch Tagesplan oder Arbeitsplan. Nicht dasselbe ist der Dienstplan: Er sagt, wann jemand arbeitet, der Personenplan, was in dieser Zeit zu tun ist.
- Leistungsverzeichnis600 m², 5 Raumgruppen
10,42 Std. pro Woche - ObjektplanMinuten, Methode, Reihenfolge
Mo, Do 194 Min., sonst 79 - PersonenplanReinigungskraft A und B
Uhrzeiten und Vertretung
Abgehakte Aufgaben und Reklamationen zeigen, wo der Objektplan nicht stimmt. Dann passt du Minuten oder Methode an, bei mehr Leistung auch LV und Preis.
Wie erstellst du einen Objektplan?
Ein Objektplan, auch Reinigungsplan oder Revierplan genannt, ist der interne Arbeitsplan für ein Objekt. Er legt je Raumgruppe fest, an welchen Tagen gereinigt wird, mit welcher Methode, in welcher Reihenfolge und in wie vielen Minuten. Grundlage sind das Leistungsverzeichnis und die Leistungswerte aus der Kalkulation.
Das Beispiel ist das Bürogebäude aus dem Leistungsverzeichnis-Muster: 600 m² in fünf Raumgruppen, Zeitfenster Mo–Fr von 17 bis 21 Uhr, Büros und Besprechungsraum montags und donnerstags, Flure, Teeküche und Sanitär an allen fünf Tagen. Daraus wird der Objektplan in fünf Schritten.
-
Tage bündeln
Leg fest, welche Raumgruppen an welchem Tag dran sind. Im Beispiel gibt es zwei Tagesarten: lange Tage (Mo, Do) mit allen fünf Raumgruppen und kurze Tage (Di, Mi, Fr) mit Flur, Teeküche und Sanitär.
-
Minuten je Raumgruppe rechnen
Fläche geteilt durch den Leistungswert ergibt die Stunden je Reinigung, mal 60 die Minuten. Es sind dieselben Werte wie in der Kalkulation, sonst passen Preis und Plan nicht zusammen.
380 m² ÷ 220 m²/h = 1,73 Std. = 104 Min.
-
Methode und Material festlegen
Je Raumgruppe: welche Tücher, welches Mittel in welcher Dosierung, welches Gerät. Verbreitet ist ein Farbsystem für Tücher und Eimer, damit nichts vom WC an den Schreibtisch kommt, etwa rot für WC und Urinal, gelb für Waschbecken und Fliesen im Sanitärraum, blau für Büromöbel, grün für Küche. Genormt ist die Zuordnung nicht, deshalb gehört sie in den Objektplan.
-
Reihenfolge bestimmen
Von sauber nach schmutzig: Teeküche vor Sanitär, Büros vor Toiletten. Von oben nach unten: erst Flächen, dann Boden. Verkehrsflächen zuletzt, rückwärts zum Ausgang, damit niemand über den frisch gewischten Boden läuft.
-
Kontrollpunkte setzen
Was prüft die Objektleitung bei der Qualitätskontrolle, wie oft, und bis wann wird nachgebessert? Am besten genau die Punkte, die der Kunde im LV als Qualitätsmaßstab stehen hat.
Das Ergebnis für das Beispiel:
| Raumgruppe, Methode | Min. Mo, Do | Min. Di, Mi, Fr |
|---|---|---|
| Büros Papierkörbe, Teppich saugen, Tische feucht · blau | 104 | – |
| Besprechung wie Büros · blau | 11 | – |
| Flure, Eingang Boden feucht wischen, Matten saugen | 24 | 24 |
| Teeküche Flächen, Spüle, Fronten · grün, dann Boden | 15 | 15 |
| Sanitär WC, Urinal · rot, Waschbecken · gelb, Boden nass | 40 | 40 |
| Summe je Tag | 194 | 79 |
Minuten = Fläche ÷ Leistungswert, auf zwei Stellen gerundet, × 60. Pro Woche 2 × 194 + 3 × 79 = 625 Minuten, das sind die 10,42 Stunden aus der Kalkulation.
Der Objektplan beschreibt die Arbeit, nicht die Personen. Er bleibt gleich, wenn eine Reinigungskraft wechselt. Rüst- und Wegezeiten stecken nur dann in den Minuten, wenn deine Leistungswerte aus der Nachkalkulation echter Objekte stammen. Bei Werten aus Tabellen planst du einen Puffer ein.
Zwei Vorgaben, die in den Objektplan gehören
Für Reinigungsmittel, die Gefahrstoffe sind, brauchst du eine schriftliche Betriebsanweisung in einer Sprache, die deine Leute verstehen. Unterwiesen wird vor dem ersten Einsatz und danach mindestens jährlich, mit Unterschrift (§ 14 GefStoffV).
Kitas, Schulen und Heime müssen ihre Hygieneregeln in einem Hygieneplan festlegen (§ 36 IfSG). Reinigst du dort, frag den Plan bei der Objektübernahme ab. Was er zu Reinigung und Desinfektion vorgibt, übernimmst du in deinen Objektplan.
Revier, Kolonne oder gemischt
Bevor du die Arbeit auf Personen verteilst, entscheidest du die Organisationsform. Sie bestimmt, wie der Personenplan aussieht.
| Form | So läuft es | Passt für |
|---|---|---|
| Revier | Jede Kraft hat feste Räume und macht dort alles. | Büros, Praxen, kleine Objekte |
| Kolonne | Ein Team arbeitet sich gemeinsam durch, jede Kraft macht bestimmte Tätigkeiten. | große Flächen, Maschineneinsatz, Sonderreinigung |
| Gemischt | Feste Reviere, dazu Aufgaben für eine Kraft im ganzen Objekt. | mittlere Objekte mit Sanitär und Verkehrsflächen |
Das Beispiel ist gemischt: Reinigungskraft A hat Teeküche und Sanitär als festes Revier, Reinigungskraft B die Büros. Die Flure macht, wer an dem Tag zuletzt im Gebäude ist.
Wie erstellst du einen Personenplan?
Ein Personenplan, auch Tagesplan oder Arbeitsplan genannt, teilt die Minuten aus dem Objektplan auf einzelne Reinigungskräfte und Uhrzeiten auf. Er sagt jeder Reinigungskraft, welche Räume sie an welchem Tag in welcher Reihenfolge reinigt.
Im Beispiel arbeiten zwei Reinigungskräfte. Beide beginnen um 17 Uhr, die Reihenfolge folgt der Regel von sauber nach schmutzig, Flure zuletzt:
| Wer, wann | Ablauf |
|---|---|
| Reinigungskraft A Mo, Do · 55 Min. | 17:00 Teeküche 17:15 Sanitär 17:55 Ende |
| Reinigungskraft A Di, Mi, Fr · 79 Min. | 17:00 Teeküche 17:15 Sanitär 17:55 Flure, Eingang 18:19 Ende |
| Reinigungskraft B Mo, Do · 139 Min. | 17:00 Büros 18:44 Besprechung 18:55 Flure, Eingang 19:19 Ende |
A: 2 × 55 + 3 × 79 = 347 Minuten pro Woche, B: 2 × 139 = 278 Minuten. Zusammen 625 Minuten, genau die Woche aus dem Objektplan.
An den langen Tagen wischt B die Flure, weil sie bis 19:19 Uhr im Gebäude ist. Würde A sie um 17:55 Uhr wischen, liefe B danach mit den Müllsäcken über den nassen Boden. An den kurzen Tagen ist A allein und macht die Flure selbst.
Aus dem Personenplan folgen auch die Vertragsstunden: A arbeitet im Monat 25,03 Stunden, B 20,05 Stunden. Mit dem Tariflohn der Lohngruppe 1 von 15,00 € sind das 375,45 € und 300,75 €, beide bleiben unter der Minijob-Grenze von 603 €.
Was die Reinigungskraft in der Hand hält, ist ihr Tagesplan. So sieht er für B am Montag aus:
Tagesplan Reinigungskraft B, Montag
Bürogebäude, 17:00 bis 19:19 Uhr
- 1
Büros
Papierkörbe leeren und Müll trennen, Teppich saugen, freie Tische feucht wischen. Donnerstags auch Fensterbänke, Türgriffe, Schalter. Blaue Tücher.
17:00–18:44
104 Min. - 2
Besprechung
Wie die Büros, Stühle an den Tisch.
18:44–18:55
11 Min. - 3
Flure, Eingang
Zuletzt, rückwärts zum Ausgang wischen. Sauberlaufmatten saugen. Danach Licht aus, Alarm an.
18:55–19:19
24 Min.
Auf jeden Tagesplan gehören:
- Objekt, Zugang und Abschluss: Schlüssel, Alarmanlage, Licht, Fenster
- Räume in der Reihenfolge des Rundgangs, je mit Uhrzeit und Minuten
- Methode und Farbe der Tücher als Stichwort, nicht als Absatz
- Was heute anders ist: Sonderwunsch, Termin im Objekt, gesperrter Raum
- Wen sie anruft, wenn etwas fehlt oder kaputt ist
Vertretung vorher festlegen
Eine Vertretung, die erst um 16:30 Uhr am Telefon geklärt wird, endet oft mit „mach, was du schaffst“. Leg deshalb im Personenplan fest, solange alle da sind, wer übernimmt, ob es dann noch ins Zeitfenster passt und was Vorrang hat. Im Beispiel ist sie einfach, weil das Zeitfenster bis 21 Uhr Luft lässt:
- B fehlt am Montag: A macht den ganzen Tag. 194 Minuten ab 17 Uhr, Ende 20:14 Uhr, das passt ins Zeitfenster. Reihenfolge Teeküche, Sanitär, Büros, Besprechung, Flure.
- B hat zwei Wochen Urlaub: A übernimmt die vier langen Tage bis zum letzten Urlaubstag, danach gilt wieder der normale Plan. Das sind 556 Minuten mehr, also 9,27 Stunden und 139,05 €. A bleibt in diesem Monat mit rund 514,50 € unter der Minijob-Grenze.
- A fehlt am Dienstag: B übernimmt, weil sie das Objekt und den Schlüssel kennt. Sie ist dienstags frei, also fragst du sie vorher, ob sie im Ernstfall einspringen kann.
- Beide fehlen oder es wird knapp: Vorrang haben Sanitär, Teeküche und Papierkörbe. Teppich saugen kann auf den nächsten Tag rutschen, aber nur, wenn der Kunde es vorher weiß, denn das LV sagt Montag.
Wie du Vertretungsketten und einen Springerpool für mehrere Objekte aufbaust, steht im Artikel Vertretungsplanung.
Welche Änderung welchen Plan betrifft
Die Trennung in drei Pläne zahlt sich aus, wenn sich etwas ändert. Dann weißt du, was du anfassen musst und was nicht:
| Änderung | LV | Objektplan | Personenplan |
|---|---|---|---|
| B ist heute krank | |||
| Neue Kraft ersetzt B dauerhaft | |||
| Neuer Sanitärreiniger, neue Betriebsanweisung | |||
| Büros brauchen 130 statt 104 Minuten | |||
| Kunde will die Büros 3× statt 2× pro Woche | |||
| Kunde verlegt die Reinigung auf 21 bis 24 Uhr |
Die letzten beiden Zeilen ändern, was du schuldest. Sie gehören als Nachtrag mit neuem Preis ins LV, bei der Verlegung in die Nacht mit 30 % Nachtzuschlag ab 22 Uhr laut Rahmentarifvertrag. Die vierte Zeile ändert den Preis nicht, aber deine Marge: Dann ist der Leistungswert falsch, und du korrigierst ihn auch in der Kalkulation für das nächste Angebot. Und die neue Betriebsanweisung bedeutet eine Unterweisung für alle, die das Mittel benutzen.
Drei Fehler in der Planung
Das LV hängt als Aushang im Putzraum
Reklamation
So läuft es oft„Leistungsverzeichnis, 16 Positionen, siehe Anlage“
Besser so„Montag: 17:00 Büros, 18:44 Besprechung, 18:55 Flure“
Wer das LV erst in einen Tagesablauf übersetzen muss, macht das jeden Tag anders. Die Fensterbänke am Donnerstag fallen als Erstes weg, weil sie nur einmal pro Woche dran sind und kein Tagesplan daran erinnert.
Zeit nur je Schicht
113,18 € im Monat
So läuft es oft„Montag 17 bis 20 Uhr, 3 Stunden“
Besser so„Büros 104 Min., Besprechung 11, Flure 24“
Braucht B für die Büros 130 statt 104 Minuten, siehst du das nur mit Minuten je Raumgruppe. Das sind 26 Minuten an zwei Tagen, 3,77 Stunden im Monat und bei 30,02 € je Stunde 113,18 €, die du leistest, aber nicht berechnest.
Vertretung ohne Regel
Lücken
So läuft es oft„Bei Ausfall springt jemand ein“
Besser so„Fehlt B am Montag, macht A alles, Ende 20:14 Uhr“
Ohne Regel entscheidet, wer gerade Zeit hat, und der kennt das Objekt nicht. Dann bleibt liegen, was im Tagesplan unten steht, und das ist genau das, was der Kunde am nächsten Morgen sieht.
Objektplan und Personenplan in Mendato
In Mendato hängen die drei Pläne am selben Auftrag:
- Objektplan: Das Raumbuch mit Raumart, Bodenbelag und Fläche liegt am Objekt. Im Auftrag legst du je Leistung die Aufgaben mit Rhythmus, Räumen und Bereich an, dazu das Ausführungszeitfenster. Die Raumplanung rechnet aus Fläche und Leistungswert die Stunden je Reinigung. Methode und Farbsystem schreibst du in die Anweisungen zum Auftrag.
- Personenplan: Für jede Reinigungskraft legst du eine eigene Schicht an, mit abweichenden Zeiten oder Ausführenden je Wochentag, und wählst die Aufgaben dieser Schicht. Im Einsatz sieht die Reinigungskraft in der App genau diese Aufgaben und hakt sie ab. Der Tab Leistungsverzeichnis im Auftrag zeigt alle Aufgaben nach Wochentagen und markiert Tage ohne Schicht.
- Änderungen: Was du am Auftrag, an einer Schicht oder an einem einzelnen Einsatz änderst, sieht die Reinigungskraft sofort in der App. Bei einer Schichtänderung wählst du das Datum des Inkrafttretens, zukünftige, noch nicht abgerechnete Einsätze erhalten die neuen Aufgaben.
- Vertretung: Im Dienstplan weist du eine Reinigungskraft nur einem Einsatz zu, der Schicht bis zu einem bestimmten Datum, etwa für die Urlaubswochen von B, oder der ganzen Schicht ab diesem Einsatz. Fällt jemand kurzfristig aus, markierst du die Person im Einsatz als Ausfall und suchst Ersatz mit den Filtern „Ohne zeitgleichen Einsatz“, „Ohne Abwesenheit“ und „Kennt das Objekt“.
- Reklamationen: Als Ticket am Objekt, auf Wunsch mit Raum, und aus dem Ticket planst du direkt den Einsatz zur Nachbesserung.
Aufgaben, Leistungsverzeichnis und Tickets gehören ab dem Starter-Paket dazu. Wie Schichten und Einsätze geplant werden, zeigt das Modul Personalplanung.
Häufige Fragen
Was ist ein Objektplan in der Gebäudereinigung?
Was ist der Unterschied zwischen Objektplan und Personenplan?
Ist der Personenplan dasselbe wie ein Dienstplan?
Wie berechne ich die Zeit je Aufgabe im Objektplan?
Wer erstellt Objektplan und Personenplan?
In welcher Sprache muss die Arbeitsanweisung für Reinigungskräfte sein?
Wie erstelle ich einen Reinigungsplan für ein Bürogebäude?
Was tun, wenn eine Reinigungskraft ausfällt?
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Vom Leistungsverzeichnis zum Tagesplan in der App
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