Ratgeber · Kalkulation

Deckungsbeitrag in der Gebäude­reinigung: Was jedes Objekt beiträgt

Wie du den Deckungsbeitrag eines Objekts berechnest, welche Quote du brauchst und wann du ein Objekt behältst, nachverhandelst oder abgibst. Mit vier Beispielobjekten und Rechner.

Aktualisiert am 25. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Formel: Deckungsbeitrag I = Umsatz eines Objekts minus Lohnkosten der Ist-Stunden. Er zeigt, was das Objekt zu Gemeinkosten und Gewinn beiträgt.
  • Guter Wert: Die nötige Quote folgt aus deinen Zuschlägen: Bei 20 % Gemeinkosten und 8 % Gewinn sind es 22,8 % vom Umsatz, im Beispielobjekt 309,07 € von 1.354,50 €.
  • Entscheidung: Ist der Beitrag positiv, aber zu klein, verhandle zuerst nach, denn die Gemeinkosten laufen nach einer Kündigung weiter. Ist er negativ, kostet dich das Objekt mit jeder Stunde Geld.

Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag, kurz DB, ist der Betrag, der von den Einnahmen eines Objekts übrig bleibt, wenn du die Kosten abziehst, die dieses Objekt direkt verursacht. In der Gebäudereinigung sind das vor allem die Lohnkosten der Reinigungsstunden. Der Rest „deckt“ die Kosten, die der Betrieb als Ganzes hat, also Büro, Objektleitung, Fahrzeuge und Versicherungen, und das, was danach übrig bleibt, ist dein Gewinn.

Damit beantwortet der Deckungsbeitrag eine andere Frage als die Nachkalkulation. Die Nachkalkulation fragt, ob ein Objekt so läuft wie geplant. Der Deckungsbeitrag fragt, wie viel jedes Objekt zum Betrieb beiträgt, und macht Objekte unterschiedlicher Größe vergleichbar. Er ist die Grundlage für die Entscheidung, welche Objekte du behältst, welche du nachverhandelst und welche du abgibst.

Deckungsbeitrag berechnen: DB I und DB II

Für den Deckungsbeitrag I ziehst du vom Monatsumsatz die Lohnkosten der Ist-Stunden ab. Die Lohnkosten je Stunde sind die aus dem Stundenverrechnungssatz: Tariflohn mit Lohnnebenkosten und bezahlten Ausfalltagen, 2026 in Lohngruppe 1 rund 23,17 € je produktive Stunde. Rechnest du Verbrauchsmaterial über den Preis ab, ziehst du auch dessen Einkauf ab.

Für den Deckungsbeitrag II ziehst du zusätzlich Kosten ab, die einem Objekt zuzuordnen sind, aber nicht in den Reinigungsstunden stecken: Kontrollgänge der Objektleitung, eine Maschine nur für dieses Objekt, regelmäßige Fahrten. Am Bürogebäude aus der Vorkalkulation, mit der Annahme von zwei Kontrollstunden der Objektleitung im Monat zu je 35,00 €:

Bürogebäude, im MonatBetragvom Umsatz
Umsatz1.354,50 €100 %
− Lohnkosten, 45,12 Std. × 23,17 €1.045,43 €
= Deckungsbeitrag I309,07 €22,8 %
− Objektleitung, 2 Std. × 35,00 €70,00 €
= Deckungsbeitrag II239,07 €17,7 %
− übrige Gemeinkosten138,91 €
= Ergebnis100,16 €7,4 %

Der Anteil des Objekts an Büro, Objektleitung, Fahrzeugen und Verwaltung liegt im Stundenverrechnungssatz bei 4,63 € je Stunde, zusammen 208,91 € im Monat. Weil die Kontrollgänge mit 70,00 € schon im DB II stehen, bleiben als übrige Gemeinkosten 138,91 €, sonst zähltest du sie doppelt. Für den Alltag reicht meist der DB I: Er braucht nur Umsatz und Ist-Stunden, und beides hast du für jedes Objekt.

Was ist ein guter Deckungsbeitrag?

Ein guter Deckungsbeitrag deckt deine Gemeinkosten und deinen geplanten Gewinn. Wie hoch er sein muss, folgt direkt aus deinen Zuschlägen im Stundenverrechnungssatz: Mit 20 % Gemeinkosten und 8 % Wagnis und Gewinn muss jedes Objekt 22,8 % seines Umsatzes als Deckungsbeitrag I bringen.

1 − 1 ÷ (1,20 × 1,08) = 22,8 %

Das Bürogebäude erreicht genau diesen Wert, weil es zum vollen Satz kalkuliert ist und so viele Stunden braucht wie geplant. Je Stunde sind das 6,85 €, also 4,63 € für Gemeinkosten und 2,22 € für Wagnis und Gewinn. Mit anderen Zuschlägen brauchst du eine andere Quote:

Gemein­kostenGewinn
5 %
Gewinn
8 %
Gewinn
10 %
15 %17,2 %19,5 %20,9 %
20 %20,6 %22,8 %24,2 %
25 %23,8 %25,9 %27,3 %

Feste Prozentangaben aus Seminaren oder anderen Branchen helfen dir deshalb wenig. Rechne deine Zielquote aus deinem eigenen Gemeinkostenzuschlag und deinem Gewinnziel.

Vier Objekte im Vergleich

Ein Betrieb mit vier Objekten, alle mit denselben Lohnkosten von 23,17 € je Stunde und der Zielquote von 22,8 %. Umsatz und Ist-Stunden je Monat stehen unter dem Namen:

ObjektDB IQuoteje Std.Entscheidung
A Bürogebäude Lindenstraße
1.354,50 €, 45,12 Std.
309,07 €22,8 %6,85 €behalten
B Arztpraxis
980,00 €, 30,00 Std.
284,90 €29,1 %9,50 €behalten
C Autohaus
2.100,00 €, 80,00 Std.
246,40 €11,7 %3,08 €nachverhandeln
D Lagerhalle
640,00 €, 30,00 Std.
−55,10 €−8,6 %−1,84 €handeln, notfalls kündigen

Zusammen bringen die vier Objekte 785,27 € Deckungsbeitrag im Monat, eine Quote von 15,5 %. Ihr Anteil an den Gemeinkosten liegt bei 185,12 Stunden × 4,63 € = 857,11 €. Der Betrieb verliert mit diesen Objekten also Geld, obwohl drei von vier einen positiven Beitrag bringen. Die Spalte „je Std.“ macht die Objekte trotz unterschiedlicher Größe vergleichbar: Die Arztpraxis bringt je Stunde 9,50 €, das Autohaus nur 3,08 €. Sortierst du alle Objekte nach diesem Wert, hast du die Grundlage für eine ABC-Analyse.

Behalten, nachverhandeln oder kündigen

Der Deckungsbeitrag zeigt, was sich ändert, wenn ein Objekt wegfällt. Büro, Objektleitung und Fahrzeuge laufen nach einer Kündigung meist weiter, nur die Lohnkosten des Objekts fallen weg. Daraus ergeben sich drei Fälle:

  • Quote über dem Ziel (A, B): behalten. Prüf bei solchen Objekten trotzdem regelmäßig die Ist-Stunden, damit sie nicht unbemerkt abrutschen.
  • Quote positiv, aber unter dem Ziel (C): zuerst nachverhandeln oder Stunden senken, nicht sofort kündigen. Ohne das Autohaus fehlen dem Betrieb 246,40 € Beitrag im Monat, der Rest bringt nur noch 538,87 €. Damit das Autohaus zum vollen Satz läuft, müsste es 80,00 Std. × 30,02 € = 2.401,60 € kosten, 301,60 € oder 14,4 % mehr. Kündigen lohnt sich erst, wenn du die Stunden mit einem besseren Objekt füllen oder Gemeinkosten tatsächlich abbauen kannst.
  • Deckungsbeitrag I negativ (D): schnell handeln. Die Lagerhalle deckt nicht einmal die Lohnkosten, jede Stunde kostet 1,84 €. Fällt sie weg, steigt der Deckungsbeitrag des Betriebs sofort auf 840,37 €. Kommt keine Preiserhöhung zustande, kündige zum nächsten möglichen Termin.

Daraus ergeben sich auch die Preisuntergrenzen für neue Angebote. Kurzfristig, etwa um eine Lücke im Einsatzplan zu füllen, muss ein Preis mindestens die Lohnkosten decken, im Beispiel 23,17 € je Stunde. Auf Dauer muss er den Kostensatz von 27,80 € decken, und erst der volle Satz von 30,02 € bringt den geplanten Gewinn.

Rechner: Deckungsbeitrag und Zielpreis

Deckungsbeitrag und Zielpreis eines Objekts

Vorbelegt mit dem Autohaus aus dem Vergleich. Gemeinkosten und Gewinn als Zuschlag auf die Lohnkosten, wie im Stundenverrechnungssatz.

€
Std.
€
%
%

Deckungsbeitrag I

–

Quote / Ziel

–

Preis für die Zielquote

–

Deckungsbeitrag in Mendato

Im Controlling von Mendato (Pro-Plus-Paket) siehst du für jeden Auftrag und jedes Objekt Umsatz, Kosten, Ergebnis und Gewinnmarge. Die Kosten sind Lohn, Lohnnebenkosten, Zuschläge und Kosten für Subunternehmer, ohne Gemeinkosten. Das Ergebnis entspricht damit im Kern dem Deckungsbeitrag I, die Gewinnmarge seiner Quote. Die vergleichst du mit deiner Zielquote, im Beispiel 22,8 %. Das Dashboard zeigt die Aufträge mit dem besten und dem schlechtesten Ergebnis, daneben Plan-Zeit und Ist-Zeit je Auftrag.

In der Kalkulation (ab dem Starter-Paket) heißt die Kennzahl Marge. Sie ist nach Gemeinkosten gerechnet und entspricht deinem Zuschlag für Wagnis und Gewinn, nicht dem Deckungsbeitrag.

Häufige Fragen

Was ist der Deckungsbeitrag in der Gebäudereinigung?
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der von den Einnahmen eines Objekts übrig bleibt, wenn du die Kosten abziehst, die dieses Objekt direkt verursacht, vor allem die Lohnkosten der Reinigungskräfte. Er zeigt, wie viel das Objekt zu Büro, Objektleitung, Fahrzeugen und Gewinn beiträgt. Andere Namen sind DB, Objektbeitrag und Rohertrag.
Wie berechne ich den Deckungsbeitrag eines Objekts?
Monatsumsatz minus Ist-Stunden mal Lohnkosten je Stunde ergibt den Deckungsbeitrag I. Beispiel: 1.354,50 € Umsatz minus 45,12 Stunden × 23,17 € = 309,07 €. Geteilt durch den Umsatz ergibt das die Deckungsbeitragsquote von 22,8 %.
Was ist ein guter Deckungsbeitrag?
Ein guter Deckungsbeitrag deckt deine Gemeinkosten und deinen geplanten Gewinn. Die nötige Quote rechnest du so: 1 minus 1 geteilt durch (1 + Gemeinkostenzuschlag) mal (1 + Gewinnzuschlag). Mit 20 % Gemeinkosten und 8 % Wagnis und Gewinn sind das 22,8 % vom Umsatz. Mit 25 % Gemeinkosten und 10 % Gewinn brauchst du schon 27,3 %.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag I und Deckungsbeitrag II?
Der Deckungsbeitrag I zieht nur die Kosten der Reinigungsstunden ab. Der Deckungsbeitrag II zieht zusätzlich Kosten ab, die einem Objekt zuzuordnen sind, aber nicht in den Reinigungsstunden stecken, etwa Kontrollgänge der Objektleitung oder eine Maschine nur für dieses Objekt. Was du dort abziehst, nimmst du aus den Gemeinkosten heraus, sonst zählst du es doppelt.
Soll ich ein Objekt mit niedrigem Deckungsbeitrag kündigen?
Nicht sofort, wenn der Deckungsbeitrag positiv ist. Dann trägt das Objekt noch zu den Gemeinkosten bei, die nach einer Kündigung weiterlaufen. Verhandle zuerst nach oder senke die Stunden. Ist der Deckungsbeitrag I negativ, deckt das Objekt nicht einmal die Lohnkosten und kostet dich mit jeder Stunde Geld. Dann solltest du schnell handeln.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag vor Gemeinkosten, der Gewinn der Betrag danach. Ein Objekt kann einen positiven Deckungsbeitrag haben und trotzdem Verlust machen, wenn der Beitrag kleiner ist als sein Anteil an den Gemeinkosten. Für den ganzen Betrieb gilt: Gewinn ist die Summe aller Deckungsbeiträge minus die Gemeinkosten.
Wie niedrig darf ein Preis kurzfristig sein?
Kurzfristig muss ein Preis mindestens die Lohnkosten der Stunden decken, im Beispiel 23,17 € je Stunde. Dann ist der Deckungsbeitrag null. Langfristig muss er den Kostensatz von 27,80 € decken, sonst fehlen Gemeinkosten, und für einen Gewinn den Stundenverrechnungssatz von 30,02 €.

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