Kurz gesagt
- Formel: Deckungsbeitrag I = Umsatz eines Objekts minus Lohnkosten der Ist-Stunden. Er zeigt, was das Objekt zu Gemeinkosten und Gewinn beiträgt.
- Guter Wert: Die nötige Quote folgt aus deinen Zuschlägen: Bei 20 % Gemeinkosten und 8 % Gewinn sind es 22,8 % vom Umsatz, im Beispielobjekt 309,07 € von 1.354,50 €.
- Entscheidung: Ist der Beitrag positiv, aber zu klein, verhandle zuerst nach, denn die Gemeinkosten laufen nach einer Kündigung weiter. Ist er negativ, kostet dich das Objekt mit jeder Stunde Geld.
Was ist der Deckungsbeitrag?
Der Deckungsbeitrag, kurz DB, ist der Betrag, der von den Einnahmen eines Objekts übrig bleibt, wenn du die Kosten abziehst, die dieses Objekt direkt verursacht. In der Gebäudereinigung sind das vor allem die Lohnkosten der Reinigungsstunden. Der Rest „deckt“ die Kosten, die der Betrieb als Ganzes hat, also Büro, Objektleitung, Fahrzeuge und Versicherungen, und das, was danach übrig bleibt, ist dein Gewinn.
Damit beantwortet der Deckungsbeitrag eine andere Frage als die Nachkalkulation. Die Nachkalkulation fragt, ob ein Objekt so läuft wie geplant. Der Deckungsbeitrag fragt, wie viel jedes Objekt zum Betrieb beiträgt, und macht Objekte unterschiedlicher Größe vergleichbar. Er ist die Grundlage für die Entscheidung, welche Objekte du behältst, welche du nachverhandelst und welche du abgibst.
Deckungsbeitrag berechnen: DB I und DB II
Für den Deckungsbeitrag I ziehst du vom Monatsumsatz die Lohnkosten der Ist-Stunden ab. Die Lohnkosten je Stunde sind die aus dem Stundenverrechnungssatz: Tariflohn mit Lohnnebenkosten und bezahlten Ausfalltagen, 2026 in Lohngruppe 1 rund 23,17 € je produktive Stunde. Rechnest du Verbrauchsmaterial über den Preis ab, ziehst du auch dessen Einkauf ab.
Für den Deckungsbeitrag II ziehst du zusätzlich Kosten ab, die einem Objekt zuzuordnen sind, aber nicht in den Reinigungsstunden stecken: Kontrollgänge der Objektleitung, eine Maschine nur für dieses Objekt, regelmäßige Fahrten. Am Bürogebäude aus der Vorkalkulation, mit der Annahme von zwei Kontrollstunden der Objektleitung im Monat zu je 35,00 €:
| Bürogebäude, im Monat | Betrag | vom Umsatz |
|---|---|---|
| Umsatz | 1.354,50 € | 100 % |
| − Lohnkosten, 45,12 Std. × 23,17 € | 1.045,43 € | |
| = Deckungsbeitrag I | 309,07 € | 22,8 % |
| − Objektleitung, 2 Std. × 35,00 € | 70,00 € | |
| = Deckungsbeitrag II | 239,07 € | 17,7 % |
| − übrige Gemeinkosten | 138,91 € | |
| = Ergebnis | 100,16 € | 7,4 % |
Der Anteil des Objekts an Büro, Objektleitung, Fahrzeugen und Verwaltung liegt im Stundenverrechnungssatz bei 4,63 € je Stunde, zusammen 208,91 € im Monat. Weil die Kontrollgänge mit 70,00 € schon im DB II stehen, bleiben als übrige Gemeinkosten 138,91 €, sonst zähltest du sie doppelt. Für den Alltag reicht meist der DB I: Er braucht nur Umsatz und Ist-Stunden, und beides hast du für jedes Objekt.
Was ist ein guter Deckungsbeitrag?
Ein guter Deckungsbeitrag deckt deine Gemeinkosten und deinen geplanten Gewinn. Wie hoch er sein muss, folgt direkt aus deinen Zuschlägen im Stundenverrechnungssatz: Mit 20 % Gemeinkosten und 8 % Wagnis und Gewinn muss jedes Objekt 22,8 % seines Umsatzes als Deckungsbeitrag I bringen.
1 − 1 ÷ (1,20 × 1,08) = 22,8 %
Das Bürogebäude erreicht genau diesen Wert, weil es zum vollen Satz kalkuliert ist und so viele Stunden braucht wie geplant. Je Stunde sind das 6,85 €, also 4,63 € für Gemeinkosten und 2,22 € für Wagnis und Gewinn. Mit anderen Zuschlägen brauchst du eine andere Quote:
| Gemeinkosten | Gewinn 5 % | Gewinn 8 % | Gewinn 10 % |
|---|---|---|---|
| 15 % | 17,2 % | 19,5 % | 20,9 % |
| 20 % | 20,6 % | 22,8 % | 24,2 % |
| 25 % | 23,8 % | 25,9 % | 27,3 % |
Feste Prozentangaben aus Seminaren oder anderen Branchen helfen dir deshalb wenig. Rechne deine Zielquote aus deinem eigenen Gemeinkostenzuschlag und deinem Gewinnziel.
Vier Objekte im Vergleich
Ein Betrieb mit vier Objekten, alle mit denselben Lohnkosten von 23,17 € je Stunde und der Zielquote von 22,8 %. Umsatz und Ist-Stunden je Monat stehen unter dem Namen:
| Objekt | DB I | Quote | je Std. | Entscheidung |
|---|---|---|---|---|
| A Bürogebäude Lindenstraße 1.354,50 €, 45,12 Std. | 309,07 € | 22,8 % | 6,85 € | behalten |
| B Arztpraxis 980,00 €, 30,00 Std. | 284,90 € | 29,1 % | 9,50 € | behalten |
| C Autohaus 2.100,00 €, 80,00 Std. | 246,40 € | 11,7 % | 3,08 € | nachverhandeln |
| D Lagerhalle 640,00 €, 30,00 Std. | −55,10 € | −8,6 % | −1,84 € | handeln, notfalls kündigen |
Zusammen bringen die vier Objekte 785,27 € Deckungsbeitrag im Monat, eine Quote von 15,5 %. Ihr Anteil an den Gemeinkosten liegt bei 185,12 Stunden × 4,63 € = 857,11 €. Der Betrieb verliert mit diesen Objekten also Geld, obwohl drei von vier einen positiven Beitrag bringen. Die Spalte „je Std.“ macht die Objekte trotz unterschiedlicher Größe vergleichbar: Die Arztpraxis bringt je Stunde 9,50 €, das Autohaus nur 3,08 €. Sortierst du alle Objekte nach diesem Wert, hast du die Grundlage für eine ABC-Analyse.
Behalten, nachverhandeln oder kündigen
Der Deckungsbeitrag zeigt, was sich ändert, wenn ein Objekt wegfällt. Büro, Objektleitung und Fahrzeuge laufen nach einer Kündigung meist weiter, nur die Lohnkosten des Objekts fallen weg. Daraus ergeben sich drei Fälle:
- Quote über dem Ziel (A, B): behalten. Prüf bei solchen Objekten trotzdem regelmäßig die Ist-Stunden, damit sie nicht unbemerkt abrutschen.
- Quote positiv, aber unter dem Ziel (C): zuerst nachverhandeln oder Stunden senken, nicht sofort kündigen. Ohne das Autohaus fehlen dem Betrieb 246,40 € Beitrag im Monat, der Rest bringt nur noch 538,87 €. Damit das Autohaus zum vollen Satz läuft, müsste es 80,00 Std. × 30,02 € = 2.401,60 € kosten, 301,60 € oder 14,4 % mehr. Kündigen lohnt sich erst, wenn du die Stunden mit einem besseren Objekt füllen oder Gemeinkosten tatsächlich abbauen kannst.
- Deckungsbeitrag I negativ (D): schnell handeln. Die Lagerhalle deckt nicht einmal die Lohnkosten, jede Stunde kostet 1,84 €. Fällt sie weg, steigt der Deckungsbeitrag des Betriebs sofort auf 840,37 €. Kommt keine Preiserhöhung zustande, kündige zum nächsten möglichen Termin.
Daraus ergeben sich auch die Preisuntergrenzen für neue Angebote. Kurzfristig, etwa um eine Lücke im Einsatzplan zu füllen, muss ein Preis mindestens die Lohnkosten decken, im Beispiel 23,17 € je Stunde. Auf Dauer muss er den Kostensatz von 27,80 € decken, und erst der volle Satz von 30,02 € bringt den geplanten Gewinn.
Rechner: Deckungsbeitrag und Zielpreis
Deckungsbeitrag und Zielpreis eines Objekts
Vorbelegt mit dem Autohaus aus dem Vergleich. Gemeinkosten und Gewinn als Zuschlag auf die Lohnkosten, wie im Stundenverrechnungssatz.
Deckungsbeitrag I
–
Quote / Ziel
–
Preis für die Zielquote
–
Deckungsbeitrag in Mendato
Im Controlling von Mendato (Pro-Plus-Paket) siehst du für jeden Auftrag und jedes Objekt Umsatz, Kosten, Ergebnis und Gewinnmarge. Die Kosten sind Lohn, Lohnnebenkosten, Zuschläge und Kosten für Subunternehmer, ohne Gemeinkosten. Das Ergebnis entspricht damit im Kern dem Deckungsbeitrag I, die Gewinnmarge seiner Quote. Die vergleichst du mit deiner Zielquote, im Beispiel 22,8 %. Das Dashboard zeigt die Aufträge mit dem besten und dem schlechtesten Ergebnis, daneben Plan-Zeit und Ist-Zeit je Auftrag.
In der Kalkulation (ab dem Starter-Paket) heißt die Kennzahl Marge. Sie ist nach Gemeinkosten gerechnet und entspricht deinem Zuschlag für Wagnis und Gewinn, nicht dem Deckungsbeitrag.
Häufige Fragen
Was ist der Deckungsbeitrag in der Gebäudereinigung?
Wie berechne ich den Deckungsbeitrag eines Objekts?
Was ist ein guter Deckungsbeitrag?
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag I und Deckungsbeitrag II?
Soll ich ein Objekt mit niedrigem Deckungsbeitrag kündigen?
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?
Wie niedrig darf ein Preis kurzfristig sein?
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