Ratgeber · Lexikon

Reinigungs­intervall: Richtwerte und die passende Häufigkeit pro Bereich

Du erfährst, welche Intervalle in Büro, Arztpraxis, Supermarkt und Schule üblich sind und wie du sie pro Bereich so festlegst, dass Kosten und Qualität stimmen.

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Das Intervall bestimmt die Kosten direkt: Wer ein Objekt von 5x auf 3x pro Woche umstellt, spart 40 % der Personalkosten.
  • Übliche Richtwerte im Büro: Böden 3–5x pro Woche, Sanitär und Küche täglich, Fenster innen 2–4x im Jahr, Archive 1x im Monat.
  • Statt pauschal zu kürzen, legst du das Intervall pro Bereich fest. Im Praxisbeispiel spart das in einem Büro mit 2.000 m² 22 % der Stunden.

Was ist ein Reinigungs­intervall?

Ein Reinigungsintervall, auch Reinigungsfrequenz, Reinigungsrhythmus oder Turnus genannt, ist die festgelegte Häufigkeit, mit der eine Reinigungstätigkeit in einem Raum oder Bereich ausgeführt wird, etwa täglich, 3x pro Woche oder monatlich. Festgelegt wird es im Leistungsverzeichnis.

Für jeden Bereich eines Objekts gibt es ein eigenes Intervall: für die Büroflächen, die Sanitäranlagen, die Fenster. Davon hängen die Qualität der Reinigung und ihre Kosten unmittelbar ab.

In der Unterhaltsreinigung sind die Intervalle die zentrale Stellschraube, denn die Kosten eines Vertrags ergeben sich im Wesentlichen aus Fläche ÷ Leistungswert × Intervall × Stundenverrechnungssatz. Halbierst du die Häufigkeit, halbiert sich der Preis, die Qualität sinkt aber mit.

Typische Reinigungs­intervalle nach Objekttyp

Allgemeingültige Intervalle gibt es nicht, wohl aber bewährte Richtwerte als Ausgangspunkt. Die tatsächliche Häufigkeit legst du nach der Objektbegehung gemeinsam mit dem Kunden fest.

BereichBüroArztpraxisSupermarktSchule
Böden (Nasswischen)3–5x pro WocheTäglichTäglichTäglich
SanitärTäglichTäglichTäglichTäglich
Küche, TeekücheTäglichTäglich–Täglich
Schreibtische, Arbeitsflächen2–3x pro WocheTäglich–1x pro Woche
Treppenhaus1–2x pro Woche2x pro WocheTäglichTäglich
Fenster innen2–4x im Jahr4x im Jahr4x im Jahr2x im Jahr
Grundreinigung1x im Jahr2x im Jahr2–4x im Jahr1–2x im Jahr

Was das Intervall verschiebt

  • Nutzung: Wie viele Personen gehen täglich durch den Bereich?
  • Bodenbelag: Teppich zeigt Schmutz später als Fliesen.
  • Branche: Eine Arztpraxis hat andere Hygienestandards als ein Büro.
  • Jahreszeit: Im Herbst und Winter kommt mehr Straßenschmutz herein.
  • Kundenerwartung: Manche Kunden wollen, dass es jederzeit sauber aussieht.

Intervalle wirtschaftlich festlegen

Kein anderer Wert im Reinigungsvertrag verändert die Kosten so stark wie das Intervall. Reduzierst du ein Objekt von 5x auf 3x pro Woche, sparst du 40 % der Personalkosten. Leidet dabei die Qualität, steht allerdings der Vertrag auf dem Spiel.

Intervall zu niedrig

  • Sauberkeitsniveau sinkt sichtbar
  • Verschmutzungen setzen sich fest
  • Aufwand pro Reinigung steigt
  • Kundenbeschwerden nehmen zu
  • Vertrag gefährdet

Intervall optimiert

  • Differenziert nach Bereichen
  • Stark genutzt = höhere Frequenz
  • Wenig genutzt = reduzierte Frequenz
  • Kosten und Qualität im Gleichgewicht
  • Kunde zufrieden, Marge stabil

Pro Bereich unterscheiden statt pauschal kürzen

Ein häufiger Fehler ist, alle Bereiche gleich zu behandeln. Besser legst du das Intervall für jeden Bereich einzeln fest: Eingangshalle und Sanitär bekommen die höchste Häufigkeit, Archiv, Serverraum und Lager die niedrigste. So sparst du Stunden, ohne dass der Kunde einen Unterschied sieht.

Halte die Intervalle im Leistungsverzeichnis fest, prüfe sie regelmäßig und passe sie an, wenn sich die Nutzung ändert.

Praxisbeispiel

Ein Büro mit 2.000 m² wurde bisher pauschal 5x pro Woche gereinigt. Nach der Umstellung gilt: Büroflächen 3x pro Woche, Sanitär und Teeküche weiter 5x pro Woche, Konferenzräume 2x pro Woche, Archiv 1x im Monat.

Ergebnis: 22 % weniger Stunden bei gleichem wahrgenommenem Sauberkeitsniveau. Der Kunde zahlt weniger, und deine Marge bleibt erhalten.

Intervallplanung mit Mendato

In Mendato hinterlegst du die Reinigungsintervalle ab dem Starter-Paket pro Raum und Tätigkeit direkt am Auftrag. Aus dem Auftrag entstehen automatisch die Einsätze in Dienstplan und Einsatzplanung, und änderst du den Rhythmus am Auftrag, passen sich die Einsätze an. Bevor du ein Büro von 5x auf 3x pro Woche umstellst, kannst du verschiedene Intervalle durchspielen und vergleichen, wie sich Kosten und Personalbedarf verändern. Die Auswirkungen auf Stunden und Kosten siehst du sofort im Controlling (Pro-Plus-Paket).

Häufige Fragen

Was ist ein Reinigungsintervall?
Ein Reinigungsintervall gibt an, wie oft eine Reinigungstätigkeit in einem Bereich ausgeführt wird, zum Beispiel täglich, 3x pro Woche, wöchentlich, monatlich oder jährlich. Die Intervalle stehen im Leistungsverzeichnis und sind die Grundlage der Einsatzplanung.
Wie oft sollte ein Büro gereinigt werden?
Ein typisches Büro wird 3–5x pro Woche unterhaltsgereinigt: Papierkörbe leeren, Schreibtische abwischen, Böden wischen. Sanitäranlagen und Küchen werden täglich gereinigt. Wie oft genau, hängt von der Nutzung und den Anforderungen des Kunden ab.
Was passiert, wenn das Reinigungsintervall zu niedrig angesetzt wird?
Wird zu selten gereinigt, sinkt das Sauberkeitsniveau spürbar: Verschmutzungen setzen sich fest, Böden nutzen sich schneller ab und die Beschwerden des Kunden nehmen zu. Außerdem steigt der Aufwand pro Reinigung, weil hartnäckiger Schmutz mehr Zeit kostet. Die erhoffte Ersparnis geht so wieder verloren.
Kann man Reinigungsintervalle reduzieren, um Kosten zu sparen?
Ja, wenn du die Reinigungsintervalle pro Bereich festlegst, statt pauschal zu kürzen. In wenig genutzten Räumen wie Archiv oder Serverraum lässt sich das Intervall oft ohne Folgen senken. In stark genutzten Bereichen wie Eingangshalle oder Sanitäranlagen führt eine Reduktion dagegen schnell zu Beschwerden.

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