Kurz gesagt
- Der Eigentümer kann die Verkehrssicherungspflicht per Vertrag auf dich übertragen. Dann haftest du bei Pflichtverletzung, er behält eine Kontrollpflicht.
- Der Winterdienstvertrag regelt Räumzeiten, Räumflächen, Streumittel, Reaktionszeit und Dokumentation.
- Abgerechnet wird pauschal mit Monatspreis von November bis März oder pro Einsatz. Im Rechenbeispiel ergeben 25 Einsätze eine Monatspauschale von rund 715 € netto.
Warum sich Winterdienst für Gebäudereiniger lohnt
Winterdienst, auch Räum- und Streudienst genannt, ist das Räumen von Schnee und das Streuen bei Glätte auf Gehwegen, Zufahrten, Parkplätzen und Eingangsbereichen. Gebäudereiniger bieten ihn häufig als Zusatzleistung für die Objekte an, die sie ohnehin betreuen.
Mit Reinigung hat Schneeräumen wenig zu tun, als Ergänzung passt es trotzdem gut, aus drei Gründen.
Erstens betreust du die Objekte bereits. Deine Mitarbeitenden sind vor Ort, du kennst die Wege und Zufahrten und hast den Kontakt zum Kunden. Er muss keinen weiteren Dienstleister suchen.
Zweitens bringt der Winterdienst in den ruhigeren Wintermonaten zusätzlichen Umsatz. In Regionen mit regelmäßigem Schneefall wird daraus ein fester Teil des Jahresumsatzes.
Drittens bindet er Kunden. Ein Auftraggeber, der Reinigung und Winterdienst aus einer Hand bekommt, wechselt seltener den Dienstleister.
Verkehrssicherungspflicht und Haftung
Rutscht jemand auf einem nicht geräumten Gehweg aus und verletzt sich, geht es um die Haftung: Wer hätte räumen und streuen müssen?
Verkehrssicherungspflicht
Die Verkehrssicherungspflicht liegt grundsätzlich beim Grundstückseigentümer. Er kann sie per Vertrag an einen Dienstleister übertragen, zum Beispiel an dich als Gebäudereiniger.
Mit der Pflicht übernimmst du auch die Haftung bei Pflichtverletzung. Räumst du zu spät oder streust nicht, haftest du für Personenschäden. Der Eigentümer behält eine Kontrollpflicht.
Was muss im Vertrag stehen?
Ein guter Winterdienstvertrag regelt fünf Punkte:
- Räumzeiten: ab wann und bis wann geräumt wird, typisch 7:00–20:00 Uhr werktags und 8:00–20:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen.
- Räumflächen: welche Wege, Zufahrten und Parkplätze dazugehören.
- Streumittel: Salz, Splitt oder Granulat, je nachdem, was die kommunale Satzung erlaubt.
- Reaktionszeit: wie schnell nach Schneefall geräumt wird.
- Dokumentationspflicht: wann, wo und was geräumt wurde.
Praxistipp: Dokumentation
Halte jeden Einsatz mit Uhrzeit, Ort, Streumittel und am besten einem Foto fest. Das ist dein Beweis im Haftungsfall. Ohne Dokumentation stehst du im Schadensfall schlecht da, auch wenn du geräumt hast.
Kalkulation und Organisation
Anders als bei der Unterhaltsreinigung weißt du beim Winterdienst vorher nicht, wie oft du rausmusst. Ein milder Winter bringt wenige Einsätze, ein harter sehr viele.
Zwei Vertragsmodelle
Pauschalvertrag
- Fester Monatspreis (Nov–März)
- Planbare Einnahmen für dich
- Kein Abrechnen jedes einzelnen Räumeinsatzes
- Risiko: Bei mildem Winter „überzahlt“ der Kunde
Einsatzabrechnung
- Abrechnung pro Räum- oder Streueinsatz
- Der Kunde zahlt nur, was tatsächlich anfällt
- Fairer bei mildem Winter
- Risiko: Ein harter Winter bindet sehr viel Personal
Kalkulationsbeispiel (Pauschale)
Gewerbepark, 5.000 m² Räumfläche, Saison Nov–März:
Geschätzte Einsätze: 25 pro Saison (Erfahrungswert der Region)
Aufwand pro Einsatz: 2h × 2 Mitarbeitende = 4h × 32 € Verrechnungssatz = 128 €
Streumittel: ca. 15 € pro Einsatz
Saison gesamt: 25 × 143 € = 3.575 € → Monatspauschale: ca. 715 € netto
Tourenplanung und Bereitschaft
Beim Winterdienst zählt die Reaktionszeit. Fällt morgens um 5 Uhr Schnee, müssen deine Leute um 6 Uhr räumen, bevor die ersten Mitarbeitenden des Kunden eintreffen. Dafür brauchst du feste Routen, klare Ansprechpartner und ein Bereitschaftsmodell.
Winterdienst mit Mendato dokumentieren
Deine Mitarbeitenden stempeln sich in der App am Objekt ein, Mendato erfasst Uhrzeit, GPS-Standort und Dauer automatisch, und Fotos des geräumten Bereichs laden sie über die Zeiterfassung mit hoch. So hast du für jeden Einsatz Zeitstempel, Fotos und die zuständige Kraft beisammen, wenn du im Haftungsfall belegen musst, wann wo geräumt wurde.
In der Einsatzplanung legst du die Winterdienst-Touren als eigene Aufträge mit fester Besetzung an. Bei Schneefall aktivierst du die Tour, und die zugewiesenen Mitarbeitenden sehen den Einsatz sofort in ihrer App. Ob Pauschale oder Einsatzabrechnung: Zeiten und Einsätze sind erfasst, die Rechnung erstellst du in der Buchhaltung.
Häufige Fragen
Was umfasst der Winterdienst bei Gebäudereinigern?
Wer haftet beim Winterdienst?
Wie wird Winterdienst kalkuliert?
Warum bieten Gebäudereiniger Winterdienst an?
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