Ratgeber · Lexikon

Stundenkonto in der Gebäudereinigung: Plus- und Minusstunden richtig führen

Du erfährst, wie ein Stundenkonto rechnet, welche Grenzen du festlegen solltest und was rechtlich gilt.

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Mit einem Stundenkonto fängst du schwankenden Personalbedarf auf, ohne ständig Überstunden auszuzahlen.
  • Das Konto muss im Arbeitsvertrag oder per Tarifvertrag vereinbart sein.
  • Lege Obergrenzen fest, zum Beispiel +40 und –20 Stunden, und einen Ausgleichszeitraum von etwa 12 Monaten.

Was ist ein Stundenkonto?

Ein Stundenkonto, auch Arbeitszeitkonto oder Gleitzeitkonto genannt, erfasst die Differenz zwischen vertraglich vereinbarter und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit als Plus- oder Minusstunden.

In der Gebäudereinigung schwankt der Personalbedarf durch Krankheitsvertretungen, Sondereinsätze und saisonale Spitzen. Das Stundenkonto fängt diese Schwankungen auf.

Arbeitet eine Reinigungskraft mehr als vertraglich vereinbart, sammelt sie Plusstunden. Arbeitet sie weniger, etwa weil ein Objekt vorübergehend wegfällt, entstehen Minusstunden. Innerhalb eines festgelegten Zeitraums wird das Konto wieder ausgeglichen.

So rechnet ein Stundenkonto

Das Beispiel zeigt vier Wochen einer Reinigungskraft in Teilzeit:

WocheSoll (h)Ist (h)DifferenzStand
KW 125,027,5+2,5+2,5
KW 225,025,00+2,5
KW 325,030,0+5,0+7,5
KW 425,020,0–5,0+2,5

Nach vier Wochen stehen 2,5 Plusstunden auf dem Konto. Das Plus aus KW 3 und das Minus aus KW 4 heben sich auf.

Obergrenzen und Ausgleichszeitraum

Lege Obergrenzen fest, zum Beispiel höchstens +40 und –20 Stunden, damit Konten nicht unkontrolliert wachsen. Bestimme außerdem einen Ausgleichszeitraum, etwa 12 Monate, in dem das Konto wieder auf null kommen muss.

Was rechtlich gilt

Vertragliche Grundlage: Stundenkonten müssen im Arbeitsvertrag oder per Tarifvertrag vereinbart sein.

Rahmentarifvertrag: Er enthält eigene Regelungen zu Arbeitszeitkonten in der Gebäudereinigung.

Insolvenzschutz: Größere Guthaben an Plusstunden müssen gegen eine Insolvenz des Betriebs gesichert sein.

Mindestlohn: Auch wenn das Konto im Minus steht, muss jede tatsächlich geleistete Stunde mindestens mit dem Mindestlohn bezahlt sein.

Stundenkonten mit Mendato

In Mendato aktivierst du das Zeitkonto im Arbeitszeitmodell des Mitarbeiters. Dann bucht Mendato die Differenz zwischen Soll- und Ist-Stunden aus der Zeiterfassung auf das Konto, von Hand nachrechnen musst du nichts. Das Zeitkonto ist in allen Paketen enthalten. Obergrenzen und Ausgleichszeitraum hältst du in der Vereinbarung fest und prüfst sie selbst.

Häufige Fragen

Was ist ein Stundenkonto?
Ein Stundenkonto zeigt, wie viele Stunden ein Mitarbeiter mehr oder weniger gearbeitet hat als vertraglich vereinbart. Die Plus- und Minusstunden werden innerhalb eines festgelegten Zeitraums ausgeglichen.
Warum ist ein Stundenkonto in der Gebäudereinigung wichtig?
In der Gebäudereinigung schwankt der Bedarf durch Vertretungen und Sondereinsätze, deshalb brauchen Reinigungsbetriebe flexible Arbeitszeiten. Ein Stundenkonto macht das möglich, ohne dass du ständig Überstunden auszahlst.
Was gilt rechtlich beim Stundenkonto?
Ein Stundenkonto muss im Arbeitsvertrag oder per Tarifvertrag vereinbart sein, und größere Guthaben müssen gegen Insolvenz gesichert sein. In der Vereinbarung legst du auch Obergrenzen und den Ausgleichszeitraum fest. Der Rahmentarifvertrag der Gebäudereinigung enthält dazu branchenspezifische Regelungen.
Wie hilft Software beim Stundenkonto?
Mendato bucht Plus- und Minusstunden aus der Zeiterfassung auf das Zeitkonto im Arbeitszeitmodell, so musst du nicht von Hand nachrechnen.

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