📚 Lexikon

Materialwirtschaft – Reinigungsmittel & Verbrauchsmaterial im Griff

Ohne Material keine Reinigung. Klingt banal – aber Materialkosten, Lagerung und Nachschub sind echte Kostentreiber, wenn sie nicht sauber gemanagt werden.

19. Februar 2026 5 Min. Lesezeit Organisation

Definition

Materialwirtschaft umfasst die Planung, Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Reinigungsmitteln, Verbrauchsmaterialien und Geräten an die einzelnen Reinigungsobjekte.

Zusammenfassung – Materialwirtschaft auf einen Blick

Materialwirtschaft steuert alles von der Bestellung bis zur Verteilung an die Objekte: Reinigungsmittel, Verbrauchsmaterial, Geräte und Schutzausrüstung.

Materialkosten machen typischerweise 3–8 % des Umsatzes aus – unterschätzt, aber kalkulationsrelevant.

Der größte Hebel: Objektgenaue Zuordnung der Materialkosten und regelmäßige Bestandsprüfung statt Pauschalen und Schätzungen.

01 – GrundlagenWas gehört zur Materialwirtschaft?

In der Gebäudereinigung braucht jedes Objekt Material – aber nicht jedes Objekt das gleiche. Ein Bürokomplex hat andere Anforderungen als eine Arztpraxis oder eine Produktionshalle. Die Materialwirtschaft sorgt dafür, dass das richtige Material in der richtigen Menge am richtigen Ort verfügbar ist.

MaterialgruppeBeispieleBeschaffungsrhythmus
ReinigungschemieAllzweckreiniger, Sanitärreiniger, GlasreinigerMonatlich / quartalsweise
VerbrauchsmaterialMüllbeutel, Handtuchpapier, Seife, WC-PapierWöchentlich / monatlich
ReinigungsgeräteMopps, Wischbezüge, Eimer, TücherQuartalsweise / bei Bedarf
MaschinenStaubsauger, Scheuersaugmaschinen, HochdruckreinigerJährlich / Wartungsintervalle
SchutzausrüstungHandschuhe, Sicherheitsschuhe, WarnwestenBei Bedarf / jährlich

Ein häufig unterschätzter Punkt: Verbrauchsmaterial für den Kunden (Handtuchpapier, Seife, WC-Papier). In vielen Verträgen stellt der Reinigungsbetrieb dieses Material – in anderen der Kunde. Das muss im Leistungsverzeichnis klar geregelt sein.

Kategorie

Organisation

Auch bekannt als

Materialmanagement, Beschaffung, Lagerwirtschaft

Relevant für

GF, Objektleiter, Einkauf, Kalkulation

Mendato-Modul

Operations & Controlling

02 – KostenKostenstruktur & Kalkulation

Materialkosten werden in der Vorkalkulation oft als Prozentsatz angesetzt – typischerweise 3–8 % des Auftragswerts. Das klingt wenig, summiert sich aber schnell:

📝 Rechenbeispiel

Ein Betrieb mit 1,2 Mio. € Jahresumsatz hat bei 5 % Materialanteil Kosten von 60.000 € pro Jahr. Durch bessere Einkaufskonditionen (Rahmenverträge mit Großhändlern) und weniger Verschwendung lassen sich hier leicht 5.000–10.000 € einsparen.

Entscheidend ist die Zuordnung der Materialkosten zu einzelnen Objekten. Nur so erkennst du, welche Objekte materialintensiv sind und ob die Kalkulation stimmt. Pauschale Umlagen verdecken oft, dass einzelne Objekte deutlich mehr Material verbrauchen als kalkuliert.

03 – OrganisationBeschaffung & Verteilung organisieren

Die Organisation der Materialwirtschaft hängt von der Betriebsgröße ab:

Kleiner Betrieb (bis 30 Objekte)

Der Inhaber oder Objektleiter kauft selbst ein und verteilt das Material bei der Objekttour. Einfach, aber zeitaufwendig und schlecht skalierbar.

Mittlerer Betrieb (30–100 Objekte)

Zentrallager mit festen Liefertagen pro Region. Objektleiter melden Bedarf, das Lager kommissioniert. Rahmenverträge mit 2–3 Lieferanten für bessere Konditionen.

Großer Betrieb (100+ Objekte)

Eigene Einkaufsabteilung, mehrere Regionallager, automatisierte Nachbestellungen. Materialkosten werden pro Objekt getrackt und im Controlling ausgewertet.

⚠ Typische Materialprobleme

  • Material geht mitten in der Woche aus
  • Falsche Reiniger für empfindliche Oberflächen
  • Überbestellung → Material verfällt
  • Keine Zuordnung zu Objekten → intransparente Kosten
  • Mitarbeitende nehmen Material für privat mit

✔ Best Practices

  • Feste Bedarfslisten pro Objekttyp erstellen
  • Rahmenverträge für Standardmaterial abschließen
  • Materialkosten pro Objekt tracken
  • Regelmäßige Bestandsprüfung beim Objektbesuch
  • Dosieranleitungen für Reinigungschemie aushängen

04 – Digitale LösungMaterialwirtschaft mit Mendato

Viele Reinigungsbetriebe managen Material noch über Zettel, Anrufe und Bauchgefühl. Das funktioniert – bis ein Objekt plötzlich ohne Material dasteht und der Kunde sich beschwert.

Materialbestellung per App: Der Objektleiter erfasst den Bedarf direkt vor Ort in der App. Die Bestellung geht zentral ein und kann gebündelt werden.

Kostenzuordnung: Jede Bestellung wird dem jeweiligen Objekt zugeordnet. So siehst du im Controlling, welche Objekte wie viel Material verbrauchen.

Verbrauchsanalyse: Über die Zeit erkennst du Muster: Welche Objekte haben steigenden Materialverbrauch? Wo weicht der Ist-Verbrauch stark vom Soll ab?

✓ Mendato-Vorteil

Mit Mendato hast du Materialkosten pro Objekt transparent. Das hilft bei der Nachkalkulation und zeigt dir, wo Handlungsbedarf besteht – bevor die Marge schmilzt.

05 – FazitMaterial im Griff = Marge im Griff

Materialwirtschaft klingt nicht sexy – ist aber ein direkter Margenhebel. Wer seine Materialkosten kennt, objektgenau zuordnet und sauber beschafft, spart bares Geld und vermeidet Engpässe vor Ort.

Der Schlüssel liegt in der Kombination: Standardisierte Bedarfslisten, gute Lieferantenbeziehungen und digitale Erfassung. Dann wird aus einem Problemfeld ein kontrollierter Prozess.

Verwandte Begriffe

Mendato 7 Tage kostenlos testen

Alle Funktionen. Keine Kreditkarte. Keine Verpflichtung.

Jetzt kostenlos starten →

Ähnliche Artikel

06 – FAQHäufig gestellte Fragen

Was umfasst die Materialwirtschaft in der Gebäudereinigung?
Materialwirtschaft umfasst die Beschaffung, Lagerung, Verteilung und Budgetierung von Reinigungsmitteln (Allzweckreiniger, Sanitärreiniger, Spezialprodukte), Verbrauchsmaterialien (Müllbeutel, Handtuchpapier, Toilettenpapier), Reinigungsgeräten (Mopps, Wischbezüge, Staubsauger) und persönlicher Schutzausrüstung (Handschuhe, Sicherheitsschuhe).
Wie hoch sind die Materialkosten in der Gebäudereinigung?
Materialkosten machen typischerweise 3–8 % des Umsatzes aus. Bei der Unterhaltsreinigung liegen sie am unteren Ende, bei Sonderreinigungen mit Spezialchemie können sie deutlich höher sein. Die Materialkosten werden in der Kalkulation als Teil der Gemeinkosten oder als direkte Objektkosten berücksichtigt.
Wie verteile ich Material effizient auf meine Objekte?
Am besten mit einem Zentrallager und festen Lieferrhythmen pro Objekt. Jedes Objekt hat einen definierten Materialbedarf basierend auf Fläche, Reinigungsintervall und Art der Reinigung. Der Objektleiter prüft den Bestand regelmäßig und meldet Nachbestellungen – idealerweise digital über eine Branchensoftware.
Wie hilft Software bei der Materialwirtschaft?
Branchensoftware wie Mendato ermöglicht es, Materialbestellungen pro Objekt zu dokumentieren und Kosten zuzuordnen. Über die App können Objektleiter Nachbestellungen direkt vor Ort auslösen. So behältst du den Überblick über Verbrauch und Kosten pro Objekt.